
Nachdem es bis einschließlich Donnerstag Vormittag nochmal zu erheblichen Preisanstiegen kam, beruhigten sich die Spannungen an den Börsen zuletzt wieder ein kleines bisschen. Dennoch bleibt eine allgemein volatile Grundeinstellung aktuell Standard, denn ein baldiges Ende des Irankonflikts und dessen Auswirkungen auf die Ölmärkte und die Wirtschaft scheint noch außer Sichtweite zu sein.
Israel will Angriffe auf Energieanlagen reduzieren – Iran nicht
Nachdem Israel am Mittwoch Angriffe gegen das iranische „South-Pars-Gasfeld“ startete, drohte der Iran sofort mit Vergeltungsaktionen – und führte einige davon auch durch. US-Präsident Trump verurteilte das Verhalten von Israel und drängte zum Stopp von Angriffen auf Energieanlagen. South Pars gilt als das größte Gasfeld weltweit. Mittlerweile meldete Israel, dass man auf Angriffe auf das Gasfeld vorerst verzichten will.
Das hinderte den Iran jedoch nicht daran, weitere Öl- und Gasproduktionsanlagen anzugreifen. Erst heute früh kam es zu einem Drohnenangriff auf die „Al-Zour-Raffinerie“ in Kuwait, eine der größten Raffinerien weltweit. Die Anlage wurde bereits am Donnerstag getroffen, es kam dabei zu lokalen Bränden und Schäden. Ein genaues Schadensausmaß, auch nach den Angriffen heute, ist noch nicht bekannt.
Westen deutet Bereitschaft zur Sicherung der Straße von Hormus an
Kanada und Japan meldeten vor kurzem, dass sie bei der Öffnung von und dem Geleitschutz durch die Straße von Hormus helfen wollen. Auch einige EU-Mitglieder, darunter Deutschland, Frankreich und Italien haben sich für freiwillige Unterstützungen gemeldet. Dabei will man jedoch nicht aktiv am Krieg teilnehmen sondern nur die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus ermöglichen.
In einem gemeinsamen Statement verkündeten die Länder ihre „Bereitschaft, zu geeigneten Maßnahmen beizutragen, um eine sichere Passage durch die Straße zu gewährleisten. Wir begrüßen das Engagement von Staaten, die entsprechende Vorbereitungen treffen“. Was genau geplant ist bzw. wann entsprechende Maßnahmen durchgeführt werden sollen, wurde noch nicht genannt und soll zu großen Teilen noch besprochen werden.
Heizölpreise inmitten anhaltender Schwankungen
Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten halten die Preise an den Ölbörsen wie auch bei Heizöl in starken Schwankungen aufgrund Unsicherheiten zur Versorgung und der Dauer der Konflikte. Die positiveren Aussichten zur Zusammenarbeit, um die Versorgung zeitnah zu unterstützen, sorgte dennoch für leichte Preisrückgänge bei Heizöl in der Bundesrepublik. So werden aktuell Abschläge zu Donnerstagvormittag in Höhe von -3,80 bis -5,80 Euro pro 100 Liter erwartet. Diese Zahlen können sich aufgrund der anhaltend volatilen Spannungen jedoch jederzeit ändern.
Source: Futures-Services


